Heinz Spielmann
Klaus Jürgen Sembach
Peter Hassenpflug
Philipp Luidl
Rüdiger Joppien
Es ist nicht in jedem ihrer Stücke offensichtlich, doch immer wieder in Abständen tritt die Natur als ihre eigentliche Lehrmeisterin hervor. Prägende Eindrücke hinterließen in ihrer Jugend die Apfelbäume im alten Bauerngarten der Großeltern im Alstertal; heute widmet sie ihrem eigenen Garten Zeit und Liebe. In Skizzen und Aquarellen von Blättern und Blüten hat sie Formen und Umrisse ergründet, den Zustand des Verwelkens eingefangen. Blätter und Blüten sind im kleinen Maßstab Beweise naturhafter Kraft, unspektakulär, weil vergänglich. Sie enthalten die gesamte Energie des Baumes, leben auf Zeit, sind Gleichnis. Christa Lühtje reflektiert die Besonderheit der organischen Natur, setzt sie um. In einigen Schmuckstücken ist noch die Form des Blatts spürbar, in anderen ist daraus wie bei anatolischen Kelims ein graphisches Ornament geworden.
Der Schmuck von Christa Lühtje ist knapp, aber nicht lakonisch, er ist reduziert, doch nicht ohne die Tiefe der Empfindung. Wie ein Aphorismus ist er in der Lage, ein ornamentales Bedürfnis auf den Punkt zu bringen. Seine Stimmigkeit berührt uns.
Christa Lühtje ist nach außen rational, ihre norddeutsche Art hat sie auch nach mehr als vierzig Jahren in Bayern nicht verloren. Sie liebt das Heitere und Sonnenglänzende, aber sie kennt auch die nächtliche Seite der Kunst und ihre Gefährdungen. Der Wille allein schafft nicht viel Neues von bleibendem Wert. Künstlerische Gestaltungen sind Prozesse, an denen die gesamte Existenz Anteil hat. Die Gegenwart verlangt nach Neuem, die Vergangenheit betätigt sich als Korrektiv. Christa Lühtje sieht sich als Goldschmiedin ihrer und damit unserer Zeit; das Wissen um die Kunst wird auch im Schmuck weitergereicht wie Gesten oder Sprache – von Generation zu Gene
ration.

Rüdiger Joppien

Biografische Daten
Schmuck
Galerien
Kontakt
Ausstellungen
Texte