Heinz Spielmann
Klaus Jürgen Sembach
Peter Hassenpflug
Philipp Luidl
Rüdiger Joppien
Die Goldschmiedin Christa Lühtje
Eine Würdigung

Man erkennt sie an ihren freundlichen, schalkhaft blitzenden Augen und ihrem Lachen. Christa Lühtje ist eine dem Leben positiv zugetane Frau von herzlicher Ausstrahlung und Jugendfrische. Sie kennt keine Attitüden, sie ist offen und gewinnend, lebendig und zuverlässig, sorgend, eine wunderbare Gesprächspartnerin und Freundin, für viele auch eine gute Lehrerin.
Daß sie Goldschmiedin wurde, die mittlerweile auf eine über vierzigjährige Berufserfahrung zurückblickt, verdankt sie letztlich ihrem Lehrer Franz Rickert, bei dem sie in den 60er Jahren an der Münchner Akademie studierte. Nach einer Goldschmiedelehre in Hamburg war er für sie Herausforderung und Schutz zugleich, und Christa Lühtje verehrt ihren Lehrer noch heute als jemanden, der ihr half, zu sich selbst zu finden. Eine Ausbildung an der Akademie war etwas anderes als landläufige Praxis, sie war Formung im Geistigen. Eine bisher unbekannte Welt der Kunstgeschichte schloß sich ihr auf.
Christa Lühtjes erste große Reise ging 1961 nach Griechenland, wichtig wurde ihr Ägypten 1968. Schmuck hatte etwas mit der Wiege der Zivilisation, mit den frühen Kulturen des vorderasiatischen und mediterranen Raums zu tun; Klssik und Archaik lagen dicht beieinander. Schmuck nobilitierte den Menschen, war göttliches Abzeichen und magischer Schutzschild, begleitete ihn bei der Überquerung des Acheron. Nach der griechischen Welt war es die byzantische, deren Schmuckschaffen Großes leistete, zur Ehre Gottes und der Heiligen.
Obwohl Christa Lühtje selbst das Email nie aufgegriffen hat, fand sie doch diese frühen Arbeiten kongenial. Sie selbst hatte gelernt, Material und Steine ökonomisch und wirkungsvoll einzusetzen. Dazu gehörte auch eine glatt bearbeitete Oberfläche. Geschmortes oder dick aufgetragenes Material mit krausen Strukturen lag ihr nicht; wie Rickert suchte sie in allem das Selbstverständliche. Und von Anfang an war es eine Entscheidung für das Gold.

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